Konfirmandengabe 2018

Hilfe für Kinder in der Ukraine

„Unter Gottes Schirm…“ Psalm 91,1


Ein Dorf in der Ukraine

Die Millionenstadt Odessa in der Ukraine ist auf Hügeln gebaut, von denen man einen tollen Blick auf den Hafen im Schwarzen Meer hat. Es ist eine moderne und lebendige Stadt. Nur eine knappe Autostunde entfernt, im Dorf Nowogradkivka, sieht die Welt ganz anders aus. Alexander Gross ist Pfarrer der kleinen lutherischen Gemeinde dort. Er kennt die Probleme vor Ort: „Unser Dorf stirbt langsam. Viele Erwachsene haben keine Arbeit. Vielleicht auch deswegen, weil sie kaum lesen und schreiben können. 

Ihre Kinder und Enkel bekommen heute noch immer keine gute Schulbildung. Vor acht Jahren hat unsere Gemeinde das Zentrum Bethanie* aufgebaut, um notleidenden Kindern zu helfen. Jedes von den 22 Kindern, die wir derzeit betreuen, hat seine eigene traurige Geschichte. Allen Kindern gemeinsam ist: Sie sind arm, es fehlt an Essen und Kleidung und sie leben in schlechten Wohnungen ohne Heizung und warmes Wasser. Ihre Eltern sind arbeitslos, viele auch alkoholabhängig. Die Kinder sind auf sich alleine gestellt.“

* Betanien ist ein Ort in der Bibel (z.B. Johannes 11,1.18 und 12,1); über die Bedeutung des Namens gibt es verschiedene Aussagen: Haus des Elends oder Haus der unreifen Datteln.

Eine von 22 traurigen Geschichten


Seit zwei Jahren kommen die Schwestern Anastasia (8) und Viktoria (10) jeden Tag ins Kinderzentrum Bethanie. Ihr Vater sitzt zum zweiten Mal im Gefängnis. Zwischen den Gefängnisaufenthalten wurde noch ein Geschwisterchen geboren. Die staatliche Unterstützung, die die Familie für das Baby bekommt, gibt die Mutter für Alkohol aus oder vergnügt sich damit außer Haus. Die Oma der Mädchen muss von 35 Euro Rente im Monat leben; sie hat nichts, was sie geben könnte. Ab und zu bekommen Anastasia und Viktoria Hilfe von den Nachbarn. Vor Gericht wird gerade geprüft, ob der Mutter das Sorgerecht für die Kinder genommen wird. Dann werden die Geschwister entweder auf verwandte Familien aufgeteilt oder sie kommen in ein Kinderheim. 

Eine Gemeinde in Not hilft Kindern in Not


Gut, dass es für Kinder wie Anastasia und Viktoria Hilfe in der Kirchengemeinde gibt. Die Mitarbeiterinnen im Zentrum Bethanie sind mit viel Liebe für die Kinder da. Die Mädchen und Jungen vertrauen ihnen und fühlen sich geborgen; etwas, was sie von zu Hause nicht kennen. Die Frauen lernen mit den Kindern, damit sie die Schule schaffen können. Sie erzählen biblische Geschichten, beten, singen, spielen und basteln gemeinsam. Die Gemeinde sorgt außerdem für Essen und Kleidung. 

Was diese diakonische Arbeit so besonders macht: Die Gemeinde in Nowogradkivka hilft notleidenden Kindern und leidet selbst große Not. Früher haben Pfarrer Gross und seine Gemeinde zur Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine (DELKU) gehört. Doch seit zwei Jahren wird diese Kirche durch ihren eigenen Bischof gespalten. Er hat alle Pfarrer entlassen, die mit seinem Reden und Handeln nicht einverstanden waren. Ihre Gemeinden wurden gleich mit aus der Kirche ausgeschlossen. Auch Pfarrer Gross und seiner Gemeinde erging es so. Jetzt versucht der Bischof, diesen Gemeinden ihre Häuser, Pfarrwohnungen und Dienstautos wegzunehmen. auseinandersetzung gegen den Bischof braucht viel Mut und Kraft; dabei werden die Gemeinden vom Martin-Luther-Verein unterstützt. 

Ein Land zwischen West und Ost


Die Ukraine liegt in Osteuropa, an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien. Der unabhängige Staat am Schwarzen Meer ist von sieben Nachbarländern umgeben. Im Karpatengebirge gibt es die letzten echten Urwälder Europas. Nach schweren Umweltkatastrophen (Explosion eines Atomreaktors, Tankerunglücke im Schwarzen Meer) ist der Regierung heute Umweltschutz wichtig.

Von der Fläche her ist die Ukraine doppelt so groß wie Deutschland, es leben aber nur halb so viele Menschen dort. Die Hauptstadt Kiew hat knapp drei Millionen Einwohner und einen berühmten Bürgermeister: Vitali Klitschko, der ehemalige Profiboxer. Viele Menschen in der Ukraine haben keine Arbeit und leiden große Not. Die Not wurde noch größer, als 2014 im Osten des Landes ein Krieg ausbrach, der bis heute andauert. Vor allem Frauen mit Kindern sind vor dem Krieg in andere Landesteile geflohen; oft wissen sie nicht, wo und wovon sie leben sollen. Staatliche Hilfen gibt es kaum; der Krieg kostet viel Geld. Die Kirchen versuchen, für die Menschen da zu sein. Die Ukraine ist ein christliches Land – drei Viertel der Bevölkerung gehören zu einer der orthodoxen Kirchen, 2,7 Prozent sind evangelisch und 2,4 Prozent katholisch. 

 Quelle: www.wikipedia.org