Konfirmandengabe 2017

Ein sicherer Ort für Kinder in Costa Rica

Ein sicherer Ort...

In Costa Rica gibt es zwei CasasAbierta. Casa ist spanisch und bedeutet „Haus“. Abierta heißt „offen“. Eine Casa Abierta ist also ein „offenes Haus“, auch wenn Türen und Fenster  mit Gittern versperrt sind, damit es sicher ist. Die beiden Häuser – wir würden vielleicht Kitas dazu sagen - gehören zur Lutherischen Kirche in Costa Rica (ILCO). Das eine offene Haus ist in Alajuelita, das andere in La Carpio – zwei Stadtteile in der Hauptstadt San José, in denen die Menschen in großer Armut leben. 40 Kinder aus armen Familien finden Platz in den Casas Abierta. Ihre Mütter wissen sie dort sicher aufgehoben und können beruhigt zur Arbeit gehen. Und die Kinder kommen gerne, weil es ihnen hier besser geht als zu Hause. 

 

... für Kinder


Saúl (4) freut sich, dass in der Casa Abierta niemand laut mit ihm schimpft. Zuhause erlebt er oft das Gegenteil: „Immer, wenn Papa zu viel Schnaps trinkt, fängt er an zu schreien und schlägt mich mit dem Gürtel.“


Für Joshua (5) ist das Beste das Essen: „Hier esse ich drei Mal am Tag. Es gibt Obst, Reis und Bohnen, Hühnchen und Gemüse. Besonders schön ist es, dass wir gemeinsam am Tisch sitzen. Zuhause gibt es oft nichts Warmes. Meine Mama muss arbeiten. Ihr Freund kocht nicht - obwohl er den ganzen Tag zu Hause ist. Manchmal bekomme ich eine Münze. Dann gehe ich zum Kiosk und kaufe mir eine kleine Tüte Erdnussflips.“ 

Auch für Mariel (8) ist die Casa Abierta ein guter Ort: „Hier bin ich nicht alleine. Zuhause habe ich Angst. Vor allem vor Männern, wie unser Nachbar. Wenn Mama in der Arbeit war, kam er manchmal in unser Haus. Er hat mich angefasst. Das wollte ich nicht und habe laut geschrien. Die Polizei ist gekommen. Jetzt sitzt der Mann im Gefängnis. Eine Psychologin spricht regelmäßig mit mir. Aber meine Angst ist immer noch da.“   

Arme Kirche – Kirche für die Armen

Die Casas Abierta haben täglich zwölf Stunden geöffnet. Die Kinder, die kommen, sind zwischen zwei und neun Jahre alt. Sie spielen, malen, singen und lernen zusammen. Sie bekommen gesundes Essen. Und sie sind geschützt: vor häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Jugendbanden auf den Straßen, die ihnen Drogen andrehen wollen.

Der ILCO sei Dank für diese Kitas! Sie ist eine sehr kleine (ca. 1.000 Mitglieder) und arme Kirche; trotzdem versucht sie, den Armen in ihrem Land zu helfen. Ihre Arbeit finanziert sie hauptsächlich durch Spenden. Auch die beiden offenen Häuser. Die Mütter leisten ebenfalls ihren Beitrag. Sie zahlen 45 Euro im Monat - für manche bedeutet das ein Viertel ihres Einkommens. Um die Kosten zu decken, reicht es aber nicht. Staatliche Zuschüsse für die Casas Abierta gibt es (noch) nicht. Um sie zu bekommen, müssen Einrichtung und  Lernangebote für die Kinder weiter verbessert werden. Das kostet Geld, das die ILCO nicht hat.   

Costa Rica

Costa Rica (CR) liegt in Zentralamerika und gilt als fortschrittliches Land. Seit langem hat es eine stabile Demokratie; Gesundheitsversorgung und Schulbildung sind relativ gut. CR liegt nördlich vom Äquator in den Tropen. Die Natur ist wunderschön. Die Regierung setzt sich ein, um Pflanzen, Tiere und den Regenwald zu schützen. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Vor allem aus Deutschland kommen viele Urlauber, um die Traumstrände und Naturparks zu besuchen. Wenn sie es sich leisten können, denn CR ist ein teures Land. Lebensmittel kosten manchmal mehr als bei uns. Ein Problem für viele Ticos, wie die Einwohner CRs auch genannt werden. Was wir als Mindestlohn kennen – 8,50 Euro pro Stunde – verdient ein Arbeiter dort am Tag. Besonders die eine Million Einwanderer aus Nicaragua leiden unter großer Armut. Sie leben in Armenvierteln in der Hauptstadt San José oder in der Nähe einer Bananen- oder Ananasplantage, wo sie für wenig Geld hart arbeiten müssen.